Der Handlauf ist die letzte Sicherung, bevor aus einem Stolpern ein Sturz wird. Gerade dann versagt er häufig: Lackierter Stahl, Edelstahl und Kunststoff werden nass, kalt oder fettig rutschig, und die Hand findet keinen Halt. Ein Rutschschutz für Handläufe stellt den sicheren Griff wieder her – als selbstklebendes Handlaufband, als aufgeschobenes Profil oder als Beschichtung.
Warum Handläufe nachgerüstet werden
- Glatte Rohroberflächen bieten bei Nässe, Frost oder mit Handschuhen kaum Reibung.
- Metallhandläufe im Außenbereich werden im Winter so kalt, dass sie ungern und nur locker angefasst werden.
- Hand- und Pflegecremes, Staub und Öl setzen die Griffigkeit zusätzlich herab.
- Runde Rohre mit großem Durchmesser lassen sich schlecht umgreifen – die Hand liegt auf statt zu greifen.
- In Fluchttreppenhäusern muss der Handlauf auch bei Dunkelheit oder Rauch auffindbar sein.
- Barrierefreiheit verlangt einen sicher umgreifbaren, kontrastierenden Handlauf.
Lösungen im Vergleich
- Handlaufband, selbstklebend: flexibles Band mit griffiger, feinkörniger oder strukturierter Oberfläche. Lässt sich spiralförmig oder als Längsstreifen aufbringen und passt sich Rundungen und Krümmungen an. Die schnellste Nachrüstung, ohne Demontage.
- Griffiges Band mit weicher Oberfläche: für Bereiche, in denen ohne Handschuhe gegriffen wird – Publikumsverkehr, Pflege, Wohnumfeld. Es greift zuverlässig, ohne die Haut zu reizen.
- Nachleuchtendes Handlaufband: markiert den Handlauf bei Stromausfall und in verrauchten Treppenhäusern und führt entlang des Fluchtwegs.
- Aufschiebbares Handlaufprofil: Kunststoffprofil, das den Rohrquerschnitt umfasst – angenehmer zu greifen, wärmer als Metall und dauerhaft belastbar.
- Rutschhemmende Beschichtung: für Sonderquerschnitte und Bauteile, an denen Bahnenware nicht sauber anliegt.
Materialien und Oberflächen wählen
- Feinkörnig: deutlicher Griff bei Nässe, geeignet für Industrie, Außenanlagen und Arbeitsbereiche mit Handschuhen.
- Strukturiert ohne Korn: angenehm für die bloße Hand, erste Wahl in Pflege, Wohnbau und Publikumsbereichen.
- Weich und elastisch: fängt Temperaturunterschiede ab und verbessert den Komfort im Außenbereich spürbar.
- Chemikalienbeständig: für Produktionsanlagen, Labore und Bereiche mit häufiger Desinfektion.
- Farbig und kontrastierend: verbessert das Auffinden des Handlaufs und unterstützt die visuelle Führung.
- Langnachleuchtend: für Flucht- und Rettungswege, siehe auch nachleuchtende Flucht- und Rettungswegmarkierung.
Montage
- Handlauf vollständig reinigen und entfetten; Silikon-, Wachs- und Pflegemittelreste müssen weg.
- Verarbeitungstemperatur beachten – zu kalte Oberflächen verhindern den Aufbau der Klebkraft.
- Band spiralförmig mit gleichmäßiger Überlappung oder als Längsstreifen auf der Griffseite aufbringen.
- Fest andrücken, insbesondere an Anfängen, Enden und Rundungen; Enden sauber abschließen.
- Die volle Klebkraft nach den Angaben des Systems abwarten, bevor der Handlauf voll beansprucht wird.
- Bei Profilen die Endstücke sichern, damit sie sich nicht verschieben lassen.
Regelwerke und Anforderungen
- ASR A1.8 – Verkehrswege und Treppen in Arbeitsstätten, einschließlich der Anforderungen an Handläufe.
- DIN 18065 – Gebäudetreppen: Maße, Griffbereiche und Ausbildung des Handlaufs.
- DIN 18040 – barrierefreies Bauen, unter anderem zu umgreifbaren Handläufen und Kontrasten.
- DIN 32975 – visuelle Kontraste zur Orientierung im öffentlichen Raum.
- DIN 67510 – Anforderungen an langnachleuchtende Materialien, relevant für nachleuchtende Handlaufkennzeichnung.
- DGUV Information 208-005 – Treppen: Hinweise zu sicherer Gestaltung und Nutzung.
Typische Einsatzbereiche
- Außentreppen und Fluchttreppen an Industrie- und Verwaltungsgebäuden
- Stahltreppen, Podeste und Laufstege an Maschinen und Anlagen
- Treppenhäuser in Wohnanlagen, Schulen und öffentlichen Gebäuden
- Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Seniorenwohnungen
- Bahnsteige, Unterführungen und Parkhäuser
- Schiffe, Offshore-Anlagen und Hafenbereiche
- Rampen und Geländer in Verkaufs- und Publikumsbereichen
Wartung
- Handlaufbeläge regelmäßig reinigen – Schmutz und Fett heben die Griffigkeit auf.
- Lösende Kanten früh erneuern; ein sich ablösendes Band ist selbst eine Gefahrenquelle.
- Nachleuchtende Beläge brauchen regelmäßige Lichtzufuhr, um ihre Leuchtdauer zu erreichen.
- Abschnitte lassen sich einzeln austauschen, ohne den gesamten Handlauf zu bearbeiten.
Fazit
Ein Handlauf-Rutschschutz ist eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung: Er verwandelt eine glatte Rohroberfläche in einen sicher greifbaren Halt – bei Nässe, Kälte und mit Handschuhen. In Kombination mit rutschhemmenden Stufen entsteht so eine Treppe, die in beiden entscheidenden Kontaktpunkten sicher ist: unter dem Fuß und in der Hand.
Handläufe sicher greifbar machen
Wir prüfen Querschnitt, Material und Umgebung und liefern die passende Ausführung – von der einzelnen Treppe bis zur gesamten Anlage.
- Kostenlos beraten lassen – passende Ausführung für Ihren Handlaufquerschnitt
- Maßgenau liefern – Bandbreiten und Längen nach Bedarf, auch in Sonderfarben
- Schnell montieren – Nachrüstung ohne Demontage des Geländers
- Fluchtwege mitdenken – nachleuchtende Ausführung für Notfallsituationen
Jetzt anfragen – wir statten Ihre Handläufe mit sicherem Griff aus.